SILENT DIALOGUES: Die Ausstellenden im Interview

Unter dem Motto SILENT DIALOGUES präsentieren 15 Künstlerinnen und Künstler aus Europa und den USA ab dem 22. April 2022 jeweils zwei ihrer Arbeiten in der GRACE DENKER GALLERY und geben damit einen Einblick in ihr Schaffen und machen neugierig auf mehr. Die unterschiedlichen Ansätze, Ideen und Konzepte schaffen ein besonderes, inspirierendes Erlebnis.


Lernen Sie die Aussteller im folgenden Artikel näher kennen und erhalten Sie einen Einblick in ihre künstlerische Arbeit und künstlerischen Konzepte. Die Aussteller antworten uns, was Kunst für sie bedeutet, wie ihr künstlerischer Prozess aussieht, wie sie zur Kunst gekommen sind, was ihre Kunst ausmacht, wie sie anfangen und welche Materialien sie verwenden. Sie erklären auch die Auswirkungen, die ihre Kunst auf die Welt haben kann.


Folgende Künstler haben sich im Interview geäußert: Anja van Heesch, Barbara Uhsadel, Christine Hachbarth, Ewa Martens, Gorica Kiesshauer, Katharina Stegmeier, Letizia Pecci, Maja Weller, Marika Fleck, Natasa Boskovski, Olga Manilov, Rochelle Berman, Saskia Schulz, Teodora Dumitrache.


Anmeldung für die Vernissage unter: https://www.artcraftliving.com


Anja van Heesch


Ich versuche mit meiner Kunst schöne und besondere Momente festzuhalten bzw. auszudrücken. Ich bringe das auf die Leinwand was ich selbst mag. Das sind z.B. Blumen, Champagner und sämtliche Farbtöne zwischen hellrosa und neonpink.


Ich möchte die Herzen der Menschen berühren, indem ich positive Stimmungen auslöse. Ich möchte, dass die Menschen bei dem Anblick meiner Bilder einen positiven Hauch mitnehmen, in dem sie sich an einen besonderen Moment erinnern und das Hier und Jetzt genießen.

Meine Kunstwerke „WOLKE C“ und „Wolke Rosé“ zeigen einen Moment, in dem man sich wie im Himmel über den Wolken fühlt. Es ist ein Moment voller Leichtigkeit, Frieden und Fülle. Wir haben viele dieser Momente in unserem Leben. Die Kunst ist es, diese auch zu erkennen.

Ich habe schon als Kind meine Bilder lieber mit Dingen gestaltet, die ich gefunden habe als z.B. Landschaften zu malen. Die Kunst selbst war immer in meinem Leben, allerdings lange im Hintergrund. Ich brauchte erst einige Umwege, um mich ganz auf sie einzulassen.

Ich arbeite mit Acryl, getrockneten Blüten und Kunstharz. Durch das Kunstharz konserviere ich die Blüten und halte so die Schönheit fest.


Meine Bilder sind in der Regel sehr weiblich und aus meiner Sicht absolut positiv in der Farbwahl. Die Blumen sind mir hier ein Vorbild. Rosa, Lila, Pink und Gelb sind meine bevorzugten Farben.

Ich möchte mit meiner Kunst die Menschen daran erinnern, wie schön das Leben ist und wie wichtig es ist, sich dieses jeden Tag bewusst zu machen. Was auch immer im Außen ist, sich auf die kleinen und großen Wunder zu konzentrieren macht oft einen großen Unterschied. Meine Bilder sollen immer ein freundlicher Reminder dafür sein.



Barbara Uhsadel


Mein ganzes Leben ist kreativ, wenn vielleicht auch nicht die typische Biografie eines Künstlers. Ich bin in unserem Familienunternehmen tätig, entwerfe Parfums und Kosmetik – für mich auch sehr kreativ. Es bewegt mich vieles und ich habe mir viel davon erschaffen. Meine große Leidenschaft aber ist und bleibt die Kunst. Sobald ich mein Atelier betrete erwartet mich eine ganz andere Welt, in der Freiheit eine neue Bedeutung hat. Irgendwann habe ich mal behauptet, dass der Ausdruck in meinen Bildern durch nichts zu beeinflussen ist. Aber heute bin ich da anderer Meinung. Am meisten geprägt hat mich mein Aufenthalt in einem buddhistischen Kloster in China. Dadurch erhielt mein Leben eine neue spirituelle Dimension, die sich auch in meinen Bildern wieder spiegelt. Ebenso unsere jetzigen Ereignisse - die drei „Ks“ - Corona, Krieg in der Ukraine, Klimawandel. Das abstrakte Malen ist für mich ein Ausdruck von Freiheit. Mich faszinieren alle Materialien besonders aber Leinwand und Papier. Eine weiße Leinwand ist für mich immer noch der jungfräuliche Beginn eines neuen kreativen Schaffensprozesses. Was gibt es Schöneres? Bisher habe ich nur mit Acryl gemalt. In neuster Zeit experimentiere ich vermehrt auch mit anderem Materialien wie Tinte und japanischen Kalligraphiestiften. Ein spannender Prozess, der heute und auch in Zukunft mein Leben nachhaltig prägt und bereichert.   




Christine Hackbarth

Mein künstlerisches Konzept besteht darin, dass ich durch meine Bilder dem Betrachter eine neue Welt eröffne, in die er eintauchen kann.

Ich beginne mit einer leeren Leinwand, habe zu Anfang keine Ahnung wie das Bild wird. Meist arbeite ich in Schichten, ich lege eine Schicht an und lasse sie trocknen. Dann gehe ich später noch mal darüber. Ich male abstrakt und es sind oft viele Schichten übereinander, die dann das Ganze ergeben.

Abstrakte Landschaften und Natur spiegeln sich in meinen Bildern immer wider. Für mich ist die Natur das Nonplusultra, ohne sie können wir Menschen gar nicht existieren und die Pflanzen und die Tiere auch nicht. Einerseits sehe ich die Natur als groß, stark und mächtig, aber auf der anderen Seite ist die Natur auch verletzlich, wie wir an unserer Umweltproblematik sehen können.

Meine Kunstwerke stellen ein Stück Natur dar, wie ich sie sehe und empfinde.


Nach dem Abitur habe ich erst Landwirtschaft studiert und es auch abgeschlossen. Ich habe einige Jahre in dem landwirtschaftlichen Bereich gearbeitet. Aber es hat mir gefehlt etwas zu schaffen, kreativ zu sein. Deshalb habe ich den Job gekündigt und habe noch mal an der Akademie Faber- Castell in Stein bei Nürnberg Bildende Kunst studiert. Gemalt habe ich auch schon vorher, aber erst durch das Studium konnte ich mich künstlerisch ausdrücken.

Ich arbeite hauptsächlich mit Ölfarben auf Leinwand. Manchmal mische ich aber auch verschiedene Dinge, aber es ist immer Ölfarbe mit im Spiel. Ich mag die Brilliance der Ölfarben und ihre weiche, geschmeidige Konsistenz. Und auch die Tatsache, dass man lange Zeit direkt auf der Leinwand nass in nass die Farben verarbeiten kann. Manchmal nehme ich auch Materialien, die herausstehen, wie Pappe, Papier, Linolstücke, Holzstücke usw. Es ergibt sich so etwas wie eine Collage oder ein leicht dreidimensionaler Effekt.


Am liebsten arbeite ich mit kühlen Farben wie blau oder grün. Und innerhalb dieser Farben arbeite ich gern mit verschiedenen Farnuancen. Ich selber mag auch lieber kühle, nordische Landschaften mit schroffen Felsen, Steinen und Meeren. Das ist mir lieber, als südliche Landschaften, die sind mir zu lieblich. Meist nehme ich die drei Grundfarben gelb, rot, blau, sowie weiß und schwarz. Alle anderen Farben mische ich mir daraus selber zusammen.

Die Natur braucht uns Menschen nicht, aber wir brauchen die Natur, ohne sie können wir nicht leben. Aber wir müssen sie auch schützen, damit es eine Zukunft gibt.




Ewa Martens


Mein künstlerisches Konzept ist das Erlebte in meinen Werken zu verarbeiten. Die Emotionen, die mich täglich begleiten zum Ausdruck zu bringen. Ich beginne meine Arbeit oft intuitiv, gehe meditativ an eine Leinwand ran, voller Spanung und Neugier wohin mich das Geschehen führt.


Frieda Kahlo hat einmal gesagt "Ich male, weil ich es brauche". Mir geht es ähnlich, ich brauche die Begegnung mit Kunst, um meine innere Welt nach außen zu tragen und um mich selbst zu erforschen.


Meine Kunstwerke erzählen auf die abstrakte Weise von meinen Emotionen. Mal sind sie fröhlich und heiter, was sich in der Farbgebung widerspiegelt, mal verträumt, oder nachdenklich.


Ich habe seit meiner frühsten Kindheit gezeichnet und gemalt. Kunst begleitet mich schon mein ganzes Leben. Später habe ich eine Kunstschule besucht, die ich mit Auszeichnung absolvierte.

Ich male hauptsächlich mit Acrylfarben, benutze aber auch viele andere Mittel, wie Tuschen, Strukturpasten, Kreide, Sand, Stoffe, Papier.


Alle diese Materialien spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung meiner Bilder und dienen zur Verstärkung der Expression und Erzeugung der Spannung in einem Werk.


Meine Farbpalette ist unterschiedlich, so wie meine Stimmung unterschiedlich beim malen ist. Ich benutze oft kräftige Farben ( Blau, Rot, Neonpink oder Neonorange). Ich möchte, dass meine Werke leuchten, strahlen Kraft und Lebendigkeit aus. Gleichzeitig strebe ich nach einem harmonishen Ergebnis.


Abstrakte Kunst ist vielfältig und universell. Jeder kann sie anders interpretieren. Ich möchte den Betrachter zu einem Dialog einladen, um sich mit den Werken auseinander zu setzen und zu fühlen, was sie in seinem Inneren auslösen. Ich hoffe, dass meine Kunst Freude den Menschen bringt und eine positive Sicht auf die Welt.




Gorica Kiesshauer


Im normalen Berufsleben bin ich eine Analystin, Sport- und Tierfreundin, und lebe seit 47 Jahren in München, bzw. seit ca. 4 Jahren im Münchner "Outback".


Vor nicht allzu langer Zeit entdeckte ich durch Zufall meine Liebe zur abstrakten Acrylmalerei und stellte fest, wie viel aufgestaute Kreativität in mir steckt.


Als Autodidaktin brachte ich mir die (abstrakte) Malerei und das Acryl-Pouring selbst bei. Tatsächlich spiegeln Kreativität, eine unbändige Neugier und Vorstellungskraft den größten Teil meiner Persönlichkeit wider - und ergänzen meinen ansonsten recht introvertierten Charakter und Lebensweise.


Kunst ist seither das „fehlende Puzzleteil“ in meinem Leben.

Es fällt mir jedoch immer noch schwer, bzw. will ich mich nicht auf eine spezielle Technik, feste Farbpallette, oder Genre festlegen, oder reduzieren. Es überrascht mich immer wieder, wenn ich morgens aufwache, und etwas komplett Neues auf die Leinwand zaubere. Ein Bild ist fertig, wenn es fertig ist. Oft habe ich sogar den Eindruck, dass das Bild mir sagt was es will, oder was noch fehlt. Hauptsächlich kreiere ich abstrakte Landschaften mit viel Struktur und Kontrasten. Die Farbpallette wechselt zwischen naturnahen, warmen Braun- und Rosttönen, bis hin zu knalligen Buntstiftfarben.


Meine Bilder sollen beim Betrachter Emotionen und Gefühle hervorbringen. Egal ob Freude, Leichtigkeit, Wehmut, Schmerz oder einfach nur "good Vibes" - das überlasse ich dem Betrachter selber.

Meine Hauptmaterialien sind in erster Linie Acrylfarben, Strukturpaste (z.B. Marmormehl), und alles, wirklich alles was mir in die Finger kommt und womit ich neue faszinierende Effekte zaubern kann. Die Natur, das Universum, sowie harmonische Geometrie inspieren mich jeden Tag auf´s Neue.


Und wenn es 2 Wochen oder auch länger dauert, und ich es in dieser Zeit 3x übermalt habe, dann gehört das einfach zum Prozess dazu. Und genau deshalb liebe ich die Kunst - sie gibt mir den Freiraum alles zu tun, alles zu denken. Mit meinen Gedanken, Ängsten und Emotionen so viel ich möchte zu experimentieren.


Oft heisst es im Leben "entweder - oder", und oft genug wünscht man sich einfach beides, also ein "UND" - dies ist in der Kunst anders. Alles ist möglich, alles ist erlaubt, Kunst ist grenzenlos.


Mein Motto lautet seither: Es ist nie zu spät für eine neue Liebe - egal ob für sich, für jemanden, oder für KUNST - Kunst findet DICH!




Katharina Stegmeier


Diese Frage finde ich sehr schwierig zu beantworten, zumindest den Teil, der sich mit der Vorstellung von Kunst beschäftigt. Kunst ist konkret, es wird etwas umgesetzt, selbst wenn im Ergebnis nichts Konkretes dabei herauskommt. Kunst umgibt uns, sie ist Bestandteil unseres Alltags und hat nach meiner Meinung auch immer mit Kunsthandwerk oder Kunstfertigkeit zu tun. Kunst transformiert etwas (z.B. Eindruck, Gesellschaft, Emotion, Erfahrung), es ist die Übersetzung in eine andere - und in meinem Fall farbige - Sprache. Mein Konzept ist das der Schönheit bzw. Ästhetik: Sie ist dem Wesen der Dinge immanent (das Prinzip der Symmetrie zum Beispiel, oder der Harmonie). Ich spüre, wenn ein Bild aus meinem Inneren an die Oberfläche auf die Leinwand will – und dann fange ich einfach an. Oder ich denke über Themen nach und muss diese dann in meine Künstlersprache übersetzen, um sie besser verarbeiten zu können.


Kunst entsteht aus mir heraus, jedes Werk ist gewachsen und mit mir verbunden wie ein Eintrag in ein Tagebuch oder etwas Vergleichbares. Das Konzept der Schönheit reizt mich, da es eine Kunst ist, ein schönes Leben zu führen, glücklich zu sein, Schönheit zu sehen. Schönheit existiert nicht ohne Gegenpol, es ist ein äußerst ambivalentes Konstrukt. Als Optimist sehe ich Schönheit und Neugierde (letzteres als Schlüssel für offene Wahrnehmung) im täglichen Leben und habe mich entschieden, kein Leben voller Angst oder Zweifel zu führen.


Meine Arbeit ist möglicherweise nicht immer leicht zu verstehen. Es geht nicht nur um Schönheit und Ästhetik, sondern auch um Ambivalenz, Brüche oder gar Gesellschaftskritik. Meine Leinwandbilder verbergen winzige Geheimnisse - jedes einzelne davon. Die Geheimnisse sind eingearbeitete Objekte oder Symbole - manchmal ist ein Fingerabdruck abgebildet, eine absichtliche Unregelmäßigkeit ist in das Muster eingewoben oder ein anderes Bild unter dem Hauptmotiv versteckt. Zum Beispiel „Pollen“, ohne das Geheimnis zu verraten (das wird nur Käufern mitgegeben): Das Werk zeigt den empfindlichen Moment, wenn prächtige Blütendolden kurz davor sind zu verwelken und verweht zu werden. Der Moment der größten Schönheit markiert auch den Verfall. Oder „The Tree“: Buchstaben und Textfetzen sind eingearbeitet und werden zum Teil des Motivs. Sie geben kürzlich veröffentlichte Texte zum Thema Klimaschutz und Governance wieder und beinhalten damit ein kritisches Moment der Aussage. Die Helligkeit, die von rechts ins Bild fließt, wirkt dabei wie ein Hoffnungsschimmer und Versprechen auf gute Zeiten.


Ich habe gelernt, dass man Erlebtes wiedergeben kann, da ich aus einem künstlerischen Elternhaus stamme. Von Kindheit an war meine innere Welt anders, als sie von anderen wahrgenommen wurde. Sie charakterisiert sich insbesondere durch Offenheit für Unterschiede, Experimentierfreude und Neugierde. Dies zu zeigen, war für mich aber auch ein Akt des Mutes: Die Angst, beurteilt und verglichen zu werden, hat mich jahrelang begleitet. Durch mein Kunstgeschichtsstudium habe ich mir Wissen angeeignet, das mir in der Ausdrucksweise auch heute noch hilft.


Um Vielschichtigkeit zum Ausdruck zu bringen, Facetten aufzuzeigen und Geheimnisse zu verstecken eignet sich Acryl auf Leinwand hervorragend – vielseitig anwendbar und farbenprächtige Ergebnisse, die auch dauerhaft leuchten. Für meine Botschaft ist das die ideale Kombination.

Das kann ich so nicht beantworten, da es darauf ankommt, was ich darstellen will. Ich weiß immer, wie es sich anfühlt, was ich abbilden möchte – und danach wähle ich die Farben, die dann durch den Schaffensprozess ergänzt werden. Das Bild wächst und hat auch oftmals mehrere Schichten, bis es fertig ist. Es kommt schon vor, dass ich auch die Farbwirkung nachschlage, bevor ich ans Werk gehe.


Ich bin überzeugt, dass jeder eine Wahl hat, Schönheit zu entdecken, und darauf hinarbeiten kann, Situationen mit Neugier (statt mit Angst) zu begegnen. Und ich möchte zeigen, dass oft auch mehr

dahinter steckt, daher sind Vielschichtigkeit und kleine versteckte Geheimnisse so wichtig für mich. Ich male für Menschen, die gerne verborgene Botschaften suchen und die sich Zeit nehmen wollen, um mehr zu entdecken. Daher hat jedes Leinwandbild mindestens ein verstecktes Geheimnis, das ich eingearbeitet habe. Ich mache also Kunst für Menschen, die neugierig auf die Schönheit der Dinge sind und denen meine Werke mit jedem Blick ein wenig davon erzählen.




Letizia Pecci

Meine Kunst entspringt dem Wunsch, aus den Mustern, Verpflichtungen und Regeln auszubrechen, die mein Leben als Mutter und Ehefrau lange geprägt haben.

Kunst war und ist mein intimster Ausdruck von Freiheit, die Welt, in die ich fliehen und ich selbst sein kann. Vor der leeren Leinwand oder dem leeren Papier vergesse ich, wer ich bin, denn es zählt nur das, was ich malen oder zeichnen will, und vor allem die Emotion, die ich ausdrücken möchte.


Die Natur und die Landschaft meiner Heimat, der Toskana in Italien, waren meine erste Inspirationsquelle, unterstützt auch durch mein Studium der Literatur und Kunstgeschichte an der Universität Florenz. Ich lernte, der gewellten Linie der Hügel zu folgen, aber auch die Gesichter der großen Meister der Renaissance in ihren zarten und raffinierten Zügen zu beobachten und zu zeichnen.

Arbeit und Familie führten mich nach Berlin, wo ich die aufregende Vitalität einer multiethnischen und vor allem multikulturellen Metropole erlebte, in der die Kunst aus dem Rahmen zu fallen schien und sich nicht um das Erbe der Vergangenheit scherte.

In diesen Jahren habe ich aber auch gelernt, dass künstlerische Freiheit nur möglich ist, wenn der Künstler sich selbst frei fühlt, sich auszudrücken.


In meinem kreativen Prozess liebe ich es, mit verschiedenen Materialien und Medien zu experimentieren und sie zu mischen, insbesondere Acrylfarben, Alkoholtinte, verschiedene Marker und vor allem Collagen. Ich verwende selbstgemachte Drucke auf Stoffpapier, Seidenpapier und Reispapier, um Textur, Struktur und Tiefe hinzuzufügen. Auf der Leinwand verarbeite ich mehrere, bewusst aufeinander abgestimmte Schichten, wobei Acryl- und Alkoholtinten mit den genannten Medien gemischt werden.

Die Verwendung der Collage stellt für mich eine unendliche Welt von Ausdrucksmöglichkeiten dar, insbesondere das Spiel mit den verschiedenen Mustern, die sich abwechseln und überschneiden. Das Ziel ist es, ein Gleichgewicht und eine Verbindung zwischen den auf halbtransparentem Papier gedruckten und den gezeichneten und gemalten Mustern zu finden.


Diese Technik spielt eine große Rolle vor allem bei meinen Landschaften und botanischen Werken, wo die Linien scheinen einander zu verfolgen, sich zu verflechten, sich in Punkte, Netze und wieder in neue Muster und neue Linien zu verwandeln.

Der Teil der figurativen Werke ist der introspektivste. Ich konzentriere mich auf weibliche Figuren und Gesichter, die als Masken der Gefühle interpretiert werden, in denen immer ein Teil verborgen oder entstellt ist. Es geht vor allem darum, die Komplexität des Frauseins mit all seinen mehr oder weniger sichtbaren schmerzhaften oder schönen Seiten zu zeigen.

Die Frauen auf meinen Porträts stehen für starke Frauenfiguren, die trotz Schwierigkeiten das Leben meistern. Manchmal verbergen sie einen Teil ihres Gesichts, um sich zu schützen und manchmal zeigen sie mutig und ohne Scham ihre Wunden.

Ich suche nicht nach der Schönheit im Gesicht einer Frau, sondern nach der Intensität ihres Ausdrucks.


Sowohl "Il grido" als auch "il pianto" gehören zu einer Reihe von Gemälden, die ich der Komplexität der weiblichen Welt widmet, die oft in zu enge "Rahmen" eingeschlossen und in mehr oder weniger unsichtbare Netze verstrickt ist.

"Il Grido“ (=Der Schrei") ist die Darstellung einer weiblichen Gesichtsmaske, die eine Barriere, eine Grenze oder ein zerbrechendes Glas durchbricht. Der Schrei drückt die Müdigkeit des Versuchs aus, sich zu befreien.

Es scheint, als ob ein Licht plötzlich dieses Gesicht erleuchtet, das sich aus einer flüchtigen Welt zu erheben versucht.

„Il Pianto" (= „Das Weinen)“ zeigt ein leidendes und weinendes Gesicht, das in einem Netz gefangen und halb bedeckt ist, dessen Geflecht die Form von vielen Regentropfen oder Tränen hat. Die kalte Farbe Türkis überwiegt, aber die wenigen Pinselstriche in Magenta, die wie offene Wunden aussehen, verleihen dem Bild Lebendigkeit.

Das Ziel dieser Bilder ist es, die Aufmerksamkeit auf die Gefühle zu lenken, die ein Gesicht hervorruft, und nicht auf die Ästhetik des Gesichts selbst. In einer Gesellschaft, in der moderne Frauen, insbesondere die jüngeren Generationen, zunehmend von Ästhetik und Image versklavt werden, ist es das Ziel meiner Kunst, Frauen frei von allen auferlegten Kanons zu zeigen. Ich glaube, die größte Übertretung für eine Frau ist es, immer sie selbst zu sein.

Maja Weller


Ich wurde in 1969 in Tjumen geboren, bin in Altschewsk aufgewachsen und lebe und arbeite in einem Vorort von Hamburg. Bereits in meiner Kindheit begann ich leidenschaftlich gern zu malen und zu zeichnen.

Für mich ist Kunst eine Harmonie meiner Emotionen, Gedanken und Träume. Durch ihre Formen, Farben und Bewegungen erzählen meine Bilder ihre eigenen Geschichten. Ich arbeite mit unterschiedlichen Medien (Acrylfarben, Aquarell, Pigmenten, Blattmetall, flüssigen Acrylfarben) und verschiedensten Techniken. Ich mag weiche verwischte Farben und den Glanz von Goldtönen.


Ich mag Bilder, in denen die Fragilität und Instabilität unsere scheinbar sicheren Realität in Frage gestellt wird


Manchmal strahlen meine Bilder eine gewisse Kälte aus und manchmal eine beunruhigende Schönheit. Meine Werke waren immer weitgehend abstrakt und spiegelten meine Gefühle wider. Zeit und Erinnerungen spielen immer eine Schlüsselrolle. Ich erschaffe gern traumhafte Bilder, in denen sich Fiktion und Realität treffen, Bedeutungen wechseln, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen. Meistens beziehen sich meine Arbeiten nicht auf erkennbare Formen. Ich versuche immer eine breite Palette von Themen auf vielschichtige Weise anzusprechen. Dies führt oft dazu, dass der Betrachter leicht eigene Interpretationen vornehmen kann.

Marika Fleck

Kunst ist für mich Ausdruck einer Sehnsucht nach der göttlichen Schöpfung. Indem wir Menschen selbst schöpferisch tätig sind, nähern wir uns dieser schrittweise an. Nur dadurch ,dass jemand diese Fähigkeit, kreativ zu sein, in uns gelegt hat, sind wir in der Lage unseren Vorstellungen Ausdruck zu verleihen.


Ich kann auf der Leinwand nur etwas darstellen, was zuvor schon in mir ist. Das sind z.B. bestimmte Farben, die sich in meiner Vorstellung zu einem Bild stellen, meist gepaart mit bestimmten Formen und Techniken. Ein andermal ist es ein Thema, das mich beschäftigt und nach einer gewissen Zeit Gestalt annehmen will. Oder es ist einfach die Schönheit der Schöpfung, die mich so begeistert, dass ich sie darstellen möchte. Das sind Phasen, die sich abwechseln und die mir vermitteln: es gibt noch viel zu tun.

Die beiden ausgestellten Bilder sind Aquarelle. Ich nehme meinen Aquarellkasten gerne mit in den Urlaub. Auf diese Weise kommen die verschiedensten Eindrücke und Erinnerungen an Urlaubsreisen zustande.


Kunst war in der Schule mein leichtestes und liebstes Fach. Alles was irgendwie mit Kreativität zu tun hat, erfreut mich und berührt mich. Nachdem ich einiges ausprobiert habe, bin ich 2007 zum Malen gekommen und habe nicht wieder aufgehört.


Am liebsten arbeite ich auf Leinwand mit Acrylfarben. Ich finde sie einfach praktisch und sie bieten viele Möglichkeiten.

Es zieht mich meist zu den klaren leuchtenden Farben, aber ab und zu entscheide ich mich auch bewusst aus meiner Komfortzone herauszutreten.


Ich möchte die Menschen positiv berühren, ihre Seele erfreuen und eine Sehnsucht wecken nach dem Geist, der in den Dingen wohnt.




Natasa Boskovski


Das Wichtigste ist mir künstlerisch frei und offen zu bleiben und immer wieder meine Komfortzonen zu verlassen und neues auszuprobieren. Von realistischen Portraits bis zu abstrakten Gemälden ist alles dabei. Portraits zeichne ich beispielsweise mit Raster oder Freihand. Manchmal verwende ich Vorlagen, ein anderes Mal nach Fantasie oder portraitiere jemanden live.

Kunst ist das, was das Leben bereichert und verschönert. Sie ist die schöpferische Kraft der Menschen und für mich eine grenzenlose Möglichkeit mich auszudrücken. Mit den verschiedenen Malstilen tu ich es nur auf verschiedenen Wegen, so als ob ich verschiedene Sprachen spreche.


In meiner Kunst thematisiere ich gerne Emotionen, wie Glück, Sehnsucht und Verletzlichkeit, wobei die Liebe die wesentliche Rolle spielt. Es kann auch um Beziehungen, Momentaufnahmen oder Stimmungen gehen, die ich auch gerne über abstrakte Formen, Strukturen und vor allem Farben darstelle.

Die Pferdeportraits „Strong“ und „Kindly“ stellen zwei wichtige Charaktereigenschaften dar, die jeder in sich trägt. Sie sind unterschiedlich, ein wenig wie zwei Pole, die sich aber nicht unbedingt ausschließen, sondern vielmehr ergänzen.

Vielleicht ist die Kunst zu mir gekommen. Soweit ich denken kann, zeichne und male ich gern. Es ist ein Teil von mir und ich liebe es einfach.


Das vertrauteste Material ist der Bleistift. Für präzise und naturalistische Arbeiten verwende ich sehr gerne Graphitstifte. Ich liebe die feinen Nuancen, die man damit erreichen kann. Für mehr Tiefe und Dramatik nehme ich lieber Kohle, die ich aus meinem Kamin nehme. Dabei verwende ich sie trocken, pulverisiert oder mit Wasser vermengt. So kann ich sie mit dem Pinsel auftragen können oder einfach auf Blatt fließen zu lassen, was ich auch sehr gerne mit Aquarell und Acryl mache. Das Material fließen zu lassen und ermöglicht es neue Wege zu gehen und lenkt nicht nur die Farbe, sondern auch den Schaffensprozess in neue Richtungen. Das Lebendige und Zufällige daran empfinde ich als befreiend. Es spiegelt auch meine Sichtweise über den Fluss des Lebens wieder.

Meine Farbpalette kann kunterbunt, in dezenten Cremetönen oder schwarz-weiß sein. Für was ich mich entscheide bestimmt schlicht meine Lust und Laune.


Ich möchte einfach meine Liebe zum Leben zum Ausdruck bringen. Es würde mich freuen, wenn meine Kunst jemanden berührt und glücklich macht und positive Energie damit freigesetzt wird.



Olga Manilov


Malerei ist für mich ein Bereich, der die Hingabe verlangt. Losgelöst von Regelwerken, Dogmen, Moral, Ansprüchen, Druck und Erwartungen, vertraue ich mich den Materialien, Malgründen und Prozessen an. Theorie, Schulen, Strömungen, Richtungen – nichts spielt eine Rolle, allein etwas Inneres will nach außen. Der freien Fläche einer Leinwand gilt meine Liebe. Ein Spiel der Emotionen, des Gespürs, der Widersprüche. Dabei lockt mich die Vielschichtigkeit der Oberfläche am meisten.


Mich fasziniert Zusammenspiel von Absicht und Zufall.

Meine Arbeiten spiegeln die Liebe zur Natur und die Prozesse ihrer Veränderung wider. Gleichzeitig verbinde ich alle Elemente miteinander: Erde, Luft, Wasser und Feuer. Ich erlaube ihnen, den Prozess der Vergänglichkeit zu beginnen und ihn wieder aufzulösen. Natürliche Materialien können nicht beeinflusst werden - die Originalität des Materials in jedem Prozess wird durch seine Einzigartigkeit herausgearbeitet oder wahrgenommen.


Ich bin seit meiner Kindheit ein kreativer Mensch, aber ich hatte nicht vor, Künstler zu werden und mein Beruf ist weit von der Kunst entfernt. Vor ein paar Jahren ist mir klar geworden, dass ich mich intensi