All rights reserved 2016. Impressum. Art.Craft.Living.

  • Facebook Clean
  • Twitter Clean

REMIX & FUSION: Die Ausstellenden im Interview Teil 2

Unter dem Motto Remix & Fusion präsentieren 17 Kunstschaffende aus Hamburg und Umgebung ab dem 07. September 2018 jeweils zwei ihrer Werke in der GRACE DENKER GALLERY und ermöglichen somit einen Einblick in ihre kreative Arbeit und machen neugierig auf mehr. Die unterschiedlichen Herangehensweisen, Ideen und Konzepte kreieren eine besondere, inspirierende Erfahrung. 

Lernen Sie in folgendem Beitrag die Ausstellenden besser kennen und erhalten Sie einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen und ihre artistischen Konzepte. Die Ausstellenden beantworten uns, wie ihr künstlerischer Prozess aussieht, wie sie beginnen und welche Materialien sie verwenden. Zudem erklären sie, welchen Einfluss ihre Kunst auf die Welt haben kann.

In Teil 2 äußern sich Marion Meinberg, Nina Relleke, Ruchi Kaushal, Christian Galan, Nina Harden Lehmann, Än-J, Nensi Tolic, Evelin und Manfred Hoop.

Anmeldung für die Vernissage unter: https://www.artcraftliving.com

 

 

Marion Meinberg 

 

In meinem künstlerischen Schaffen gibt es 2 Richtungen in denen ich mich bewege; "Gestalt-Tiere" und "Lebensklang". In der Gruppenausstellung "Remix & Fusion" werden von mir 2 Bilder der "Gestalt - Tiere" ausgestellt: "Badewanne Opulent" und "Frau steht Kopf / Kopf und Herz".

Die Begegnung mit Menschen in ihrer Vielfalt berührt mich und ist das Hauptthema in meiner Kunst. Zu meinen Motiven komme ich durch Gespräche und Beobachtungen - ohne Vorsatz etwas malen zu wollen. Wenn mich etwas berührt, weiß ich sofort, das werde ich malen - und oft schaue ich mit Humor auf die Situation. Ich arbeite aus der Erinnerung und es können Jahre vergehen, bis das Bild gemalt werden möchte. Die Wahl den Menschen in einem Tier darzustellen, macht die oft harte Realität oder die vielleicht genaue und unschöne Betrachtung weicher und versöhnlicher. 

Im Malprozess selber, lasse ich das ursprüngliche Bild in mir sich verändern. Es bekommt eine eigene Dynamik und erzählt sich ganz von allein. Dabei gehe ich in einen Prozess der mich beflügelt, mit dem ich hadere, mit dem ich kämpfe und mit dem ich glücklich bin - er fordert mich immer. 

Ein Bild wie "Badewanne Opulent" oder "Frau steht Kopf / Kopf und Herz", dauert bis zur Fertigstellung ca. 4 Monate. Die gesamte Komposition aus Strukturen, Farben und Details bedeuten mir viel und dafür nehme ich mir Zeit.

Das Unschöne und oft auch Schräge der "Gestalt - Tiere" wird durch meine Umsetzung in Zartheit von Farbe und Struktur, im Ganzen des Bildes zu etwas Schönem. 

Meine Bilder sind zeitlos; wecken in uns Berührungen und geben uns ein Angebot von Kontakt - auch zu unserem tierischen Ursprung.

 

 

 

Nina Relleke

 

Mir geht es beim Kunstmachen in erster Linie um das Machen, um einen Entwicklungsprozess. Das Endergebniss steht nicht im Vordergrund.

Meine Kunst spiegelt wieder, wie ich mich als Mensch entwickelt habe und hilft mir gleichzeitig mich selbst weiterzuentwickeln. Menschlich wie künstlerisch. Ich habe mich dabei nie auf einen Malstil festgelegt und probiere bis jetzt stets neues aus.

Bei meinen abstrakten Bildern, bin ich oft unterbewusst inspiriert, beginne entweder mit farbigen Flächen oder intuitiv mit einem willkürlichen dynamischen „Pinsel“ Strich. Es interessiert mich Menschen zu malen, wenn mich deren Charakter und Persönlichkeit inspirieren. Wenn ich Menschen malen möchte, beginne ich zuerst damit, Fotos von ihnen zu machen, spiele mit Licht und Perspektive. Daraus ergibt sich dann ganz automatisch die Farbwahl und das Bild.

 

Ich bevorzuge Acrylfarben aufgrund ihrer Eigenschaften und arbeite mit Pinseln (flach oder rund), Spachteln und Fingern. Außerdem kommt oft auch Strukturpaste hinzu. Als Untergrund dienen mir Leinwände und gefundenes Bau- oder Treibholz. Entscheidend sind hochwertige Materialien und Werkzeuge. 

 

Ich hoffe das meine Kunst andere glücklich macht und ein gewisses natürliches Gefühl vom Leben vermitteln kann.

 

 

Ruchi Kaushal

 

Kunst ist für mich Energie, übersetzt in ein Medium. Kunst sollte eine Geschichte erzählen, Emotionen hervorrufen und eine bestimmte Stimmung erzeugen.  Dieser Funken Energie ist der Anfangspunkt meines kreativen Konzepts. Ich male meistens eine Serie von Bildern auf einmal. Man kann es sich als Musikalbum vorstellen. Ich arbeite gerne mit Themen. Ich bin von Beruf Vermarkter und erzähle Geschichten. Ich denke auch, dass Geschichtenerzählen der Kern dessen ist, was uns verbindet und menschlich macht. Auf bestimmte Art und Weise ist das Erzählen von Geschichten durch  Kunst einer der erfüllendsten Teile des Künstlerdaseins. 

Je nach Thema mache ich oft Vorarbeiten in Form von Referenzfarbstudien auf Papier, bevor ich mit der Leinwand beginne. Ich bin Teil einiger unterstützenden und hilfreichen Künstler-Communities im Internet. Ich mag Brainstorming, meine Arbeit nach außen darzustellen. Manchmal arbeite ich mit Moodboards, Urlaubsfotos, Referenzbildern und Buchpassagen. Als ich zum Beispiel die Indien-Themenreihe malte, bezog ich mich auf Moodboard mit India Farbpaletten, Bilder, Stoffe, alles, um die Energie einzufangen und auf die Leinwand zu übertragen. 

 

Als ich als Kind das Malen lernte, begann ich mit Ölfarben. Es ist immer noch eines meiner Lieblingsmediem zum Malen. Im Laufe der Jahre habe ich mit Acrylfarben, Ölen, Pastellfarben, Sprühfarben, Tinten, Pigmenten gemalt und experimentiere weiter. Ich liebe den wissenschaftlichen Teil der Malerei genauso wie den künstlerischen Teil. Oftmals verwende ich bei Mischtechnik nach dem Beschichten der Leinwand mit normalem Gesso eine Grundierung oder Glasur auf Latexbasis, um den Untergrund wasserdicht zu machen und die Bewegung der Farbe zu unterstützen. Zum Malen benutze ich die üblichen Werkzeuge wie Pinsel und Messer für die Unterlage. Aber um die Farbe auf den oberen Schichten zu bewegen und Texturen und Muster zu erzeugen, benutze ich einen Luftkompressor oder Tapezierspachtel. Ich liebe die Sattheit der Farben, die durch die Verwendung von Pigmenten und Tinten entsteht, und in letzter Zeit habe ich auch Blattgold in einigen meiner Bilder verwendet. Die Wahl des Medientyps hängt oft vom Thema und davon ab, wie ich das Endergebnis in meinem Kopf visualisiere. Die Versiegelung dieser Art von Mischtechnik ist sehr wichtig, und ich sprühte normalerweise spezielle Lacke und UV-Sprays auf, damit die Farbe und die Sattheit erhalten bleiben. 

 

Kunst kann transformativ sein; sie kann Menschen zusammenbringen, um eine gemeinsame Idee zu diskutieren. Wenn ich ein Kunstwerk schaffe und es normalerweise mit anderen Menschen online teile, stelle ich eine Geschichte, einen Gedanken und einen gemeinsamen Einblick in der Welt dar. Es könnte eine kleine Idee sein, wie kontrastierende Farben zusammenzusetzen und über Schönheit in Vielfalt zu sprechen. Es könnte das Malen auf einer runden Leinwand statt auf einem Quadrat sein was bedeutet, die Regeln zu  brechen. Jedes Mal, wenn man eine solche Idee durch Kunst einem Publikum präsentiert, leistet man seinen  Beitrag zu einer Geschichte. Geschichten zu erzählen ist das, was ich durch meine Kunst versuche zu tun. 

Kunst hilft uns, uns gegenseitig als verschiedene Menschen zu schätzen, weil keine zwei Menschen das Gleiche in einem Kunstwerk sehen. Das anzuerkennen und zu feiern, ist das, was ich mit dem, was ich schaffe, erreichen möchte. Meine Botschaft ist ganz einfach – Farben außerhalb von Linien. Wir alle taten es, als wir Kinder waren; es gab keine Linien, keine Schubladen, keine Grenzen. Verlasse die Komfortzone, dort liegt die Magie der Möglichkeiten.

 

 

Christian Galan

 

Bin selbst in diese wundervolle Welt von Kunst neu eingestiegen. Kunst hatte schon immer eine gewisse Anziehungskraft auf mich. 2016 begann ich langsam und noch etwas zaghaft, meine Vision von Kunst umzusetzen.

 

Jedes meiner Kunstwerke beginnt mit der Idee eines Pinselstriches und endet als finales Gemälde nach einem meist langen Prozess, in dem Gefühle, Erlebnisse und mein eigener Anspruch zur Perfektion eine große Rolle spielen… Am liebsten arbeite ich mit recycled Holz, egal ob es einst ein Tor, Zaun oder Dach war. Es erzählt neben meiner, seine eigene Geschichte und das macht es in meinen Augen so besonders. Natürlich gehören verschiedene Stoffe für meine Leinwände und Papier genauso zu meinen verwendeten Materialien.

 

Ich möchte, dass sich Menschen an meinen Werken erfreuen und Ihre Stimmung positv durch sie beeinflusst wird.

 

 

Nina Harden Lehmann

 

Habe ich überhaupt ein Konzept? Es ist vielmehr eine Sehnsucht mir eine eigene Welt zu erschaffen. Geschichten zu erzählen. Kindheitsträume. Ich nenne es das „ Alice im Wunderland Gefühl“.

Meistens beginne ich meinen kreativen Prozeß damit, Zeitung zu lesen, dort Wörter zu sammeln. Die gefundenen Wörter bringen mich dazu, etwas erzählen zu wollen und dann mache ich  einfach. Leere Leinwände und Papier werden bekritzelt, beschmiert, bedruckt, bemalt. Vielleicht entdecke ich dann dort schon etwas. 

 

Meine hauptsächlichen und liebsten Materialen sind große Leinwände, Acryl, Bunt-/ Bleistift, Tinte, Kreiden, Papier. Ich möchte mit allem arbeiten, was das Bedürfnis in mir weckt es anzufassen. Papier liebe ich besonders, es fühlen, zerschneiden, damit spielen, zusammenfügen bis es eine neue Welt oder Geschichte erzählt. Dieser Prozeß beruhigt mich, trägt mich in meinem Kopf woanders hin, macht mich glücklich. 

 

Ich denke, meine Kunst transportiert genau dieses Gefühl, weckt Sehnsüchte nach einer eigenen farbfröhlichen Welt getragen von den Träumen unser Kindheit. Im schönsten Fall gibt sie dir das Gefühl oder Bedürfnis einer Umarmung.

 

 

Nensi Tolic

Nensi Tolic wurde in Kroatien geboren und lebt seit 15 Jahren in Deutschland. Sie absolvierte ein Kunststudium an der Academy of Fine Arts (University of Zagreb). Im Anschluss studierte sie Illustrationsdesign an der Akademie Leonardo in Hamburg.

 

Ihre Bilder entstehen intuitiv in verschiedenen Mischtechniken durch Überlagerungen und Schichtungen. Realität und Abstraktion wechseln sich im Entstehungsprozess ab. Das Diffuse und oft erst auf den zweiten Blick Sichtbare finden Ausdruck in den Bildern. Inspiration findet Nensi Tolic auf der Straße, in der Musik, auf Reisen und in den Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen.

 

 

Än-J

 

Vollkommen mit meinen Farben verschmelzen, Energie durch mich fliessen lassen, hochkonzentriert in dem Moment sein und mich dem Flow Zustand hingeben – das ist für mich das Schönste in meinem künstlerischen Schaffungsprozess. Das Eins werden mit meinem Gemälde führt zum vollkommenen Selbstausdruck meiner Gefühle. Das ist Kunst für mich: Der reine Ausdruck von Emotionen.

 

Strahlende Farbbrillianz begeistert mich. Deshalb habe ich ein Medium ausgewählt, das die reine Leuchtkraft von Pigmenten wiedergibt: Kunstharz. Es verleiht dem Gemälde höchste Farbintensität und einen unverwechselbaren Hochglanz.

 

Sich im Farbspiel verlieren, im Hier und Jetzt fühlen, um daraus mit Energie, Freude und Positivität gestärkt dem Flow des Lebens folgen. 

 

 

Evelin Hoop

 

Mich fasziniert in meinen Arbeiten auszudrücken, wie verschieden wir Menschen sind mit unseren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Darzustellen wie die Natur und der Mensch zusammen leben und dies auf eine Weise auszudrücken, die es mir erlaubt zu zeigen, wie ich die Welt sehe.

 

Dabei helfen mir unterschiedlichste Techniken, Fotos und eigene Eindrücke vom Leben. Es ist immer wieder ein spannender Prozess, der sich beim Tun entwickelt und oft bin ich von dem Ergebnis selbst überrascht und tief beeindruckt aus welcher Quelle meine künstlerischen Arbeiten entstehen.

 

 

Manfred Hoop

Menschen, die  sehr besonders sind, die Dinge tun, die sich von anderen unterscheiden und Botschaften in die Welt senden, erzeugen bei mir Erstaunen. Diese Menschen reizen mich, sie zu zeichnen, ihnen einen Ausdruck zu verleihen. Dieser soll zeigen, dass sie im Leben stehen und tun, was ihnen Spaß macht. Es sind Menschen, die mich begeistern.

 

Die Technik des Zeichnens ist für mich eine Art in feinster Weise einen Ausdruck zu erzeugen. Nach einigen Arbeiten in der Bildhauerei (Stein und Holz) erlebe ich beim Zeichnen eine besondere Art der Verbundenheit mit dem Gezeichneten.

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload